Das künstliche Hüftgelenk

Bei fortgeschrittenen Veränderungen ist ein künstliches Gelenk oft die beste Lösung. Denn dadurch kann

  • die Lebensqualität verbessert und
  • die Mobilität erhalten werden.

Künstliche Gelenke im Bereich des Hüftgelenkes werden heute mit guten langfristigen Ergebnissen erfolgreich eingesetzt.

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Das künstliche Hüftgelenk

Im Rahmen der Entwicklung des Gelenkverschleißes, der Arthrose, wird der Knorpel des Gelenkes geschädigt und geht nach und nach verloren. Dieser Verlust der Knorpelschicht führt zu einer Deformierung des Hüftgelenkes und nachfolgend zu  Beschwerden, die sich typischerweise am Anfang mit einem Schmerz beim Anlaufen äußern und im Laufe der Zeit die Gehstrecke und die Beweglichkeit im Gelenk immer mehr vermindern.

Bei fortgeschrittenen Veränderungen ist ein künstliches Gelenk oft die beste Lösung, um die Lebensqualität zu verbessern und die Mobilität zu erhalten. Künstliche Gelenke im Bereich des Hüftgelenkes werden heute mit guten langfristigen Ergebnissen erfolgreich eingesetzt. Bewährte Prothesensysteme zeigen eine Haltbarkeit von 95%-100%  nach 10 Jahren und 85%-95% nach 15 Jahren. Neuere Prothesen haben keine so lange klinische Erprobung hinter sich und können zum Teil nur mit geringeren Nachbeobachtungszeiträumen aufwarten, so dass hier eine spezielle Aufklärung notwendig wird.

Ablauf der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes

  1. Welche Prothese in Frage kommt, bespricht das Ärzteteam mit dem Patienten oder der Patientin in der Sprechstunde.
  2. Vor der Operation ist die Durchführung einer Eigenblutspende zu empfehlen. Denn dadurch können die Risiken einer Fremdblutgabe (Virusübertragung, allergische Reaktion) vermeiden werden.
  3. Die Operation selbst, die Implantation des künstlichen Gelenkes, wird vorwiegend mit einer besonders weichteilschonenden, minimalinvasiven, Operationstechnik durchgeführt – einer muskelschonenden Technik, die eine schnellere Rehabilitation nach sich zieht.
  4. Nach minimalinvasiven Operationstechniken ist oftmals prinzipiell keine Benutzung von Gehstützen notwendig, dies hängt aber wesentlich von dem Zustand der Muskulatur vor der Operation ab.
  5. Der stationäre Aufenthalt beträgt zwischen vier und elf Tagen.
  6. Schon am Tag nach der Operation ist das Aufstehen erlaubt.
  7. Nach der Operation findet ein intensives Krankengymnastikprogramm durch das Team des hausinternen Physiotherapiezentrums statt.
  8. Eine Woche nach dem Eingriff ist das Treppensteigen möglich.
  9. Danach schließt sich ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik (ambulant oder stationär) an, sofern dies gewünscht wird.

Die Beantragung der Reha übernimmt das Team der Hüft- und Beckenchirurgie. Für die Wahl des Rehabilitationsortes und des Reha-Antrages stehen Sozialbearbeitinnen beratend zur Seite.

Schmerzhafte künstliche Hüftgelenke

Nach der Implantation von künstlichen Gelenken bestehen in einigen Fällen weiterhin Beschwerden. Die Gründe für Beschwerden nach Implantation eines künstlichen Gelenkes sind vielfältig und bedürfen einer genauen Untersuchung der Ursache im Rahmen der Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde. Die Charité hat in den letzten Jahren ihren Schwerpunkt der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit auf dieses Gebiet gelegt, so dass hier eine sehr große Erfahrung besteht.

Gründe für schmerzhafte künstliche Hüftgelenke:

  • Lockerung der Endoprothese / Verschleiß der Gleitpaarung (Abrieb)
  • Infektionen/Entzündungen des Gelenkes
  • Entzündungen in den Strukturen um das Gelenk (z.B. Schleimbeutelentzündungen)
  • Funktionsstörungen der Endoprothese (Einklemmungen von Weichteilen, Anschlagphänomene am Knochen usw.)
  • Schädigungen der Muskulatur um das Hüftgelenk
  • Verkalkungen
  • Nervenschädigungen

Wechseloperationen von Hüftgelenksendoprothesen

Die Lockerung eines künstlichen Gelenkes kann sich durch Schmerzen im Bereich des Gelenkes bemerkbar machen, bleibt aber manchmal auch stumm.

Wird eine Lockerung nicht rechtzeitig erkannt, kann dies zu einer Zerstörung des Knochenlagers kommen und den notwendigen Wechseleingriff erschweren. Daher wird Patienten mit einem künstlichen Gelenk ab dem 10. Jahr empfohlen, jährliche Kontrollen durchführen zu lassen. Abhängig von der Schwere des Knochendefektes sind die Verwendung spezieller Implantate und der Wiederaufbau des Knochens erforderlich.