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Therapien

Im CMSC werden Ihnen verschiedene Verfahren der regenerativen Orthopädie und Unfallchirurgie angeboten.

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Regenerative Orthopädie und Unfallchirurgie: Unterstützung der Selbstheilung bei muskuloskeletalen Erkrankungen

Nach einem eingehenden Beratungsgespräch und einer körperlichen Untersuchung teilen Ihnen die Ärztinnen und Ärzte in der Sprechstunde mit, ob Ihr Krankheitsbild mit einer regenerativen Therapie behandelt werden kann oder ob es ratsam ist, eine konventionelle Therapie mit einem regenerativen Ansatz zu verknüpfen.

 

Therapie mit konzentriertem Knochenmark (BMAC)

Die Therapie mit Knochenmarkaspirationskonzentrat wird häufig auch als BMAC (Bone Marrow Aspiration Concentrate) bezeichnet. Bei der Behandlung werden operativ 30 – 60 mL Knochenmark aus dem eigenen Beckenkammknochen entnommen und in den spongiösen erkrankten Knochen zum Beispiel bei einer Osteonekrose wieder eingebracht. Knochenmark ist unter anderem für die Bildung von Immunzellen und Stammzellen verantwortlich. Neben der Abwehr von Krankheitserregern fördern Immunzellen die Regeneration des Körpers und eignen sich somit gut zur Unterstützung von Heilungsprozessen in Knochen, Muskeln und Sehnen.   

Die Behandlung mit BMAC wird, in Abhängigkeit des Krankheitsbildes, unter anderem bei gelenksnahen Knochennekrosen, Knochenheilungsstörungen und Spinalen Fusionen eingesetzt. Je nach medizinischer Indikation wird die Eignung eines Patienten in der Sprechstunde anhand von Blutanalysen (z.B. Untersuchung des Heilungspotenzials), Bildgebung (z.B. MRT) und funktionaler Ganganalyse bestimmt. 

Die Extraktion und Gabe von Knochenmarkkonzentrat erfolgen operativ. Dafür werden die Patienten zur OP stationär aufgenommen. Es werden im Vorfeld das orthopädische und anästhesiologische Aufklärungsgespräch durchgeführt, bei dem auch verbleibende Fragen gestellt und geklärt werden können. Außerdem erfolgen letzte Untersuchungen, um eine optimale operative Behandlung sicherzustellen.

Während der OP wird den Patient*Innen zunächst das BMAC aus dem Beckenkamm mittels Nadelbiopsie entnommen. Im Anschluss wird das Knochenmarkkonzentrat an der benötigten Stelle in den Knochen eingespritzt. Je nach Krankheitsbild handelt es sich bei der BMAC-Therapie um eine primäre oder additive Behandlung. Bei Knochenheilungsstörungen oder spinalen Fusionen kann BMAC zusätzlich zu operativen, rekonstruktiven Verfahren (z.B. das Platzieren von Platten und Schrauben) eingesetzt werden, um die Heilung zu fördern.

In der Regel schließt sich nach der Operation eine begleitende Physiotherapie an, die nach der Entlassung fortgeführt wird. 

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem individuellen Gesundheitszustand des Betroffenen und der Art der Therapie.

 

Therapie mit Eigenblutplasma (PRP)

Die Therapie mit Eigenblutplasma wird auch als PRP-Therapie bezeichnet. PRP bedeutet Platelet-rich Plasma, also plättchenreiches Plasma, was sich auf den hohen Gehalt an Blutplättchen bezieht. Die entzündungshemmende und regenerierende Wirkung des PRPs basiert auf seiner Mischung aus Blutplättchen (Thrombozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten), Wachstumsfaktoren und Proteinen, die Zellwachstum und Kollagenproduktion stimulieren. Körpereignes Plasma kann daher zur Behandlung bestimmter Krankheitsbilder des Knie-, Hüft- und Schultergelenks eingesetzt werden.

Bei Früharthrosen kann die Behandlung das rasche Voranschreiten der Krankheit aufhalten und die Inflammation im Gelenk mildern. So lassen sich vorhandene Gelenkschmerzen reduzieren und der Schutz des Knorpels unterstützen.

Auch bei Verletzungen und Entzündungen der Muskeln und Sehnen ist eine Reduktion des Schmerzes möglich. Zudem kann die Heilung durch die PRP-Therapie positiv beeinflusst werden. Hierbei helfen die Wachstumsfaktoren bei dem Zellwachstum und der Kollagensynthese.

Im CMSC wird PRP vor allem in frühen Stadien der Arthrose sowie bei bestimmten Sehnen- und Muskelentzündungen und Verletzungen verwendet. In unserer ROUX Sprechstunde stehen drei verschiedene Plasmatherapie Systeme zur Verfügung, mit der wir die Therapie individuell auf die jeweilige Erkrankung und die Patienten abstimmen können.

Ist die Therapie mit Eigenblutplasma für eine*n Patient*In geeignet und entscheidet sie/er sich dafür, wird ihr/ihm 15 – 80 mL Blut abgenommen. Dieses wird zentrifugiert, wodurch sich die roten Blutkörperchen von den Blutplättchen und dem Plasma trennen. Im Anschluss wird dem Patienten 4 – 5 mL des plättchenreichen Plasmas in das entsprechende Gelenk bzw. den Muskel oder in/um die Sehne injiziert.

In Abhängigkeit vom Krankheitsbild und der individuellen Regeneration, wird die Behandlung meist 2 bis 3 Mal im Abstand weniger Wochen wiederholt.  

 

Autologe Knorpelzelltransplantation (ACT)

Die autologe Knorpelzelltherapie wird auch autologe Chondrozyten-Transplantation, kurz ACT, genannt. Nach Knorpelverletzungen werden körpereigene, also autologe, Knorpelzellen (Chondrozyten) entnommen, vermehrt und wieder in den defekten Knorpel eingebracht, um der Entstehung einer (sekundären) Arthrose vorzubeugen. 

Die ACT kann bei lokalen Knorpelschäden z.B. der Hüfte, des Knies oder des Sprunggelenks eingesetzt werden. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere zur Versorgung von großen Läsionen oder absterbendem Knorpel, solange noch keine relevante Arthrose vorhanden ist. Oft wird diese Therapie nach traumatischen Knorpelschäden eingesetzt.

Im Rahmen eines arthroskopischen (minimalinvasiven) Eingriffs werden aus dem Kniegelenk gesunde Chondrozyten entnommen. Diese werden im Labor vermehrt, in einem Trägermaterial (Matrix) kultiviert und im Anschluss wieder an den Arzt überstellt, der diese in einer 2. Operation nach etwa 6 Wochen wieder in den Knorpeldefekt einsetzt. Die Matrix, in der die Zellen eingebettet ist, unterstützt eine schnelle, gewebeschonende und einfache Transplantation. Durch diese entsteht neuer Knorpel im dem zuvor geschädigten Bereich, was zu einer partiellen Wiederherstellung der Gelenkintegrität führt.     

Im Anschluss an die 2. Operation muss das Gelenk für eine gewisse Zeit mit einer Gehhilfe entlastet werden. Zudem wird eine Physiotherapie im Anschluss an die ACT empfohlen. 

Die Dauer der gesamten Behandlung richtet sich nach der Art und dem Grad der Verletzung und kann bis zu einem Jahr Zeit in Anspruch nehmen. 

 

Experimentelle Therapien

Erfahren Sie mehr zu den Behandlungen des Teams der Regenerativen Orthopädie, die im Rahmen von Studien durchgeführt werden.

 

Aktuell untersucht das Team der ROUX die folgenden experimentellen, regenerative Therapien:

  • Allogene Zelltherapie zur Behandlung von Muskelverletzungen bei endoprothetisch versorgten Hüftbrüchen (HIPGEN)
  • Förderung der Knochenheilung von Humeruskopffrakturen (Verletzung des Oberarmkopfes) durch die lokale Gabe eines Medikaments, das die regenerativen Zellen im Knochen über das Immunsystem anregen soll (Link).
  • Förderung der Sehnenheilung durch allogene Stromazellen bei biologisch  bedingten wiederholten Rupturen im Alltag (Link zur Publikation)