Bandscheibenvorfall und Bandscheibenaufbrauch

Als Bandscheibenvorfall wird das Heraustreten der gallertartigen Masse aus der Bandscheibe bezeichnet. Dies führt meist zu lokalen Schmerzen und unter Umständen auch zu Gefühlsstörungen im entsprechenden Areal.

Der Verschleiß der Bandscheibe beginnt ab dem 25. Lebensjahr und betrifft besonders den Bereich der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule.

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Bandscheibenvorfall

Als Bandscheibenvorfall (Nucleus pulposus prolaps, NpP) wird das Heraustreten der gallertartigen Masse aus der Bandscheibe aufgrund eines Defektes im straffen Faserring der Bandscheibe bezeichnet. Dies führt meist zu

  • lokalen Schmerzen und
  • bei Bedrängung von neuronalen Strukturen oft auch zu Schmerzen im Bein (bei einem NpP der Lendenwirbelsäule, LWS) oder im Arm (bei einem NpP der Halswirbelsäule, HWS).
  • Neben den Schmerzen kann es auch zu Gefühlsstörungen oder sogar zu Lähmungen im entsprechenden Areal kommen.

Therapiemöglichkeiten bei einem Bandscheibenvorfall

Die meisten Bandscheibenvorfälle können konservativ behandelt werden. Sind die Lähmungen sehr ausgeprägt oder führt die konservative Therapie über längere Zeit zu keinem Rückgang der Beschwerden ist eine operative Entfernung der gallertartigen Masse notwendig.

Bandscheibenvorfälle werden am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie grundsätzlich mininmalinvasiv operiert. Der Hautschnitt ist dabei nur wenige Zentimeter lang und die umgebenden Strukturen werden maximal geschont.

Im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) ist es oftmals notwendig, die komplette Bandscheibe zu entfernen. Diese wird dann durch eine Bandscheibenprothese ersetzt, die eine weitere vollständige Beweglichkeit der HWS ermöglicht. Diese Operation wird von vorn (ventral) durchgeführt.

Im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) wird die Bandscheibe belassen und nur die gallertartige Masse schonend entfernt. Diese Operation wird von hinten (dorsal) durchgeführt.

Bandscheibenaufbrauch

Der Verschleiß der Bandscheibe beginnt bereits ab dem 25. Lebensjahr mit dem Verlust von Wasser in der Bandscheibe.

Dies kann zu Beschwerden oft sehr unterschiedlicher Art führen. Symptomatisch wird in der Regel der Bandscheibenaufbrauch im Bereich

  • der Lendenwirbelsäule (LWS) oder
  • der Halswirbelsäule (HWS).

Therapiemöglichkeiten bei einem Bandscheibenaufbrauch

Je nachdem kann der Beschwerdekomplex von reinen Rückenschmerzen bis zu einer Ausstrahlung der Schmerzen in die Arme (HWS) oder die Beine (LWS) kommen. Oft findet man auch eine Kombination. Neurologische Defizite (Taubheit/Kraftverluste) sind relativ selten bei einem beginnenden Bandscheibenaufbrauch.

  1. Ist der Bandscheibenaufbrauch nicht deutlich fortgeschritten – d.h. ohne Verschleiß der kleinen Wirbelsäulengelenke –, kann nach entsprechender Diagnostik (Rö, MRT, Infiltrationen) die schmerzverursachenden Bandscheibe entfernt und durch eine Bandscheibenprothese ersetzt werden.
  2. Ist der Verschleiß schon weit voran geschritten ist, stellt die Stabilisierungoperation (Spondylodese) ein sicheres und etabliertes Verfahren zur Behandlung dieses Krankheitsbildes dar.

Die Bandscheibenprothese (LWS) wird von vorn (ventral) durch einen kleinen Schnitt links unterhalb des Bauchnabels implantiert. Eine Stabilisierung (LWS) kann in vielen Fällen über den gleichen schonenden Zugang erfolgen.

An der Halswirbelsäule (HWS) erfolgen der größte Teil der Operation von vorn, egal ob Fusion (Stabilisierungsoperation) oder die Implantation einer Bandscheibenprothese.