Das Bild zeigt eine Ärztin am Schreibtisch im Gespräch mit einer Patientin.

Schulterkurs 2014

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IV. Schulterkurs Charité Berlin

Sportverletzungen und Überlastungsschäden des Schultergelenks und des Schultergürtels

Drei Jahre sind seit dem letzten Charité-Schulterkurs vergangen und der diesjährige Kongress sollte mit einem neuen Konzept aufwarten: Im Mittelpunkt standen diesmal Sport und Sportler, deren Schulterverletzungen und Überlastungsschäden, die Diagnostik der Sportlerschulter, individuelle Therapie- und Rehabilitationskonzepte sowie das "Return-to-play".

In Kooperation mit dem Centrum für Sportwissenschaft und Sportmedizin, Humboldt- Universität zu Berlin ließen sich am 11. und 12. April 2014 die knapp 209 Teilnehmer fortbilden und von den anwesenden Spitzensportlern inspirieren.

Dabei lag der Fokus des ersten Tages auf dem Verletzungsmuster und der Diagnostik der Sportlerschulter, spezifischen Schulterschäden der Wurf- und Schlagsportarten, sowie des Artistik- und Individualsports und auf den Anforderungen an die Betreuung von Spitzensportlern.

Nach der Begrüßung durch M. Scheibel befasste sich die erste Sitzung des Tages mit dem "Verletzungsmuster und der Diagnostik der Sportlerschulter" unter dem Vorsitz von G. Bauer (Stuttgart) und D. Liem (Münster). In diesem Rahmen lieferten B. Finke ("Sportspezifische Verletzungen der Schulter- eine Übersicht", Berlin), M. Wellmann ("Biomechanik der Schulter im Sport- was wissen wir?", Hannover), S. Pauly ("Charakteristika der klinischen Untersuchung beim Sportler", Berlin), R. Doyscher ("Sonographie- Anachronismus oder Erstdiagnostik der Wahl?", Berlin) und K. Wörtler ("Wertigkeit der Schnittbildgebung MRT(CT)", München) einen Einstieg in die Thematik des Kongresses.

Die beiden darauffolgenden Sitzungen befassten sich mit den spezifischen Anforderungen und Problemen verschiedener Sportarten auf die Schulter: Unter dem Vorsitz von C. Gerhardt (Berlin) und B. Jost (St. Gallen) wurden die Wurf- und Schlagsportarten Tennis (G. Bauer), Baseball (D. Altcheck), Golf (D. Liem), Handball (B. Jost) und Beachvolleyball (G. Lajtai) näher beleuchtet.

Nach der Mittagspause folgten unter dem Vorsitz von A. Castagna (Mailand) und E. Wiedemann (München) die Artistik- und Individualsportarten, wie die italienische (A. Castagna) und die deutsche (M. Scheibel) Sicht auf das Kunstturnen, das Turmspringen (C. Gerhardt), das Bodybuilding (M. Ritsch) und das Schwimmen (K. Bak).

Im Anschluss stellten C. Schneider ("Aus der Sicht des Verbandsarztes", München), P. Catalá-Lehnen ("Aus der Sicht des Mannschaftarztes", Hamburg) und B. Wolfarth ("Aus der Sicht des Olympiaarztes", München) im Rahmen eines Symposiums unter der Moderation von N. Haas (Berlin) die Betreuung von Hochleistungssportlern aus einer im Gegensatz zum Referenzspezialisten direkteren Sicht- und Kontaktweise der Behandlung von Sportlern und deren Einflusspersonen dar.

Gefolgt wurde das Symposium von einer Sitzung zu "Kontakt- und Extremsportarten". Unter dem Vorsitz von G. Lajtai (Klagenfurt) und A. Romeo (Chicago) ging es um die speziellen Anforderungen und Schädigungsmuster von Torwarten (A. Castagna, Mailand), Rugbyspielern (P. Monga, Lancashire), Rad- und Motorsportlern (H. Lill, Hannover), American Football-Spielern (A. Romeo, Chicago) und Motocrosssportlern (E. Wiedemann, München).

Abgerundet wurde der erste Tag von einer Podiumsdiskussion mit Philipp Boy (Kunstturnen), Brian Gladow (Kunstturnen), Martin Wolfram (Turmspringen) und Daniel Struller (Bodybuilding), die ihre eigenen Erfahrungen mit ihren Schulterverletzungen und auch ihren Weg zum und im Sport teilten.

Im Rahmen des anschließenden Festabends in der Gendarmerie war weiter Gelegenheit gegeben, Einblicke in den Sportleralltag zu erhalten und die Diskussionen des ersten Kurstages fortzuführen.

Der zweite Tag fokussierte sich auf konservative und operative Therapiestrategien und insbesondere auf differentialtherapeutische Möglichkeiten und Problematiken der einzelnen Therapien. Dabei wurden moderne konservative Therapiekonzepte (Vorsitz: R. Doyscher, A. Werner) für Insertionstendinosen (R. Doyscher), für die Behandlung mit "platelet-rich plasma" (A. Werner), für skapulothorakale Dyskinesien (P. Monga), für die Schultererstluxation (F. Reuther) und die AC-Gelenkssprengung (N. Kraus) thematisiert und rege diskutiert. Die zweite Sitzung des Tages befasste sich unter dem Vorsitz von D. Altchek (New York) und M. Scheibel (Berlin) mit der operativen Therapie der ligamentären (A. Imhoff, München) und knöchernen (A. Romeo, Chicago) Schulterinstabilität, der Kontroverse der Refixation bzw. Tenodese bei SLAP-Läsionen (D. Altchek), den Indikationen für eine operative Stabilisation des AC-Gelenkes beim Sportler (M. Tauber) und den Knorpelschäden der Schulter (T. Ambacher, Pforzheim).

Nach der Mittagspause und dem Besuch der Firmenworkshops wurden in der abschließenden Sitzung zum Thema "Rehabilitation and Return to Sports" unter dem Vorsitz von P. Kasten (Dresden) und K. Dreinhöfer (Berlin) Aspekte wie die rehabilitativen Konzepte nach Eingriffen am Schultergelenk (K. Dreinhöfer), sportspezifische Rehabilitationsmaßnahmen (P. Kasten), moderne Konzepte aus Osteopathie und manueller Therapie (T. Billert, Potsdam), das "Functional Testing" hinsichtlich einer sicheren Rückkehr zu Sportfähigkeit (S. Greiner, Regensburg), sowie die "Return-to-play-Raten" nach Verletzungen und Eingriffen der Schulter (E. Wiedemann, München) vorgestellt und intensiv diskutiert.

Diese Sitzung beendete zwei spannende und diskussionsreiche Kurstage. Zum Abschluss bedankte sich M. Scheibel allen Referenten, Vorsitzenden, Teilnehmern, der Industrie und nicht zuletzt beim Team von Congress compact für einen hochkarätigen, spannenden und gelungenen Kurs.


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